Verlockungen und Urlaubsplanung

Stichtag + 5

Es tut sich: weiterhin nix.

Alle 2 Tage zum CTG, die Arzthelferinnen begrüßen mich schon mit „Sie schon wieder!“ Aber das Kleine lässt auf sich warten. Weder Drohungen (Stubenarrest bis zur Einschulung – als Strafe für 3 Monate Übelkeit, 6 Monate Sodbrennen und jetzt auch noch Unpünktlichkeit), noch süße Lockrufe und Versprechungen (du kriegst einen Hund/ein Pony/das Barbie-Traumhaus) oder Musik (ausprobiert wurden: Mozart, Spieluhr, Rage Against The Machine, Papas Kinderliederinterpretationen und Freestyle-Gitarrengeschrammel) – es hilft alles nix. Auch die tollen Tipps der Internetmamis und Hebammenblogs bringen uns nicht weiter: Spazierengehen, Treppensteigen, heiß baden  – nix.  Auch das Motto „Wie es reinkommt, so lockt man es wieder raus“ ist wohl nicht unseres.

Überhaupt scheinen alle Wehenförderungstheorien jeglicher empirischer Basis zu entbehren. In den letzten Tagen macht man ohnehin nicht viel, außer spazieren zu gehen, zu baden, die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Wenn daraufhin die Wehen einsetzen, ist der Auslöser schnell ausgemacht. Allen Tipps folgt auch immer der Hinweis: Es kann helfen, muss aber nicht. Vielleicht hilft mir ja Schokoeis, da ist bestimmt irgendwas wehenfördernders drin. Oder neue Schuhe, die muss man ja gut einlaufen. Man sollte nichts unversucht lassen.

Ein Wochenendbaby wär auch schön, denn das würde dem Papa Urlaubstage sparen. Es ist nämlich so, dass der werdende Vater keinen Sonderurlaub für die Geburt seines Kindes bekommt. Begründung: Wir sind nicht verheiratet. Eine Vorab-Vaterschaftsanerkennung reicht nicht aus, der Trauschein muss her! Damit auch alles seine Ordnung hat im Jahr 2012. Denn es liegt ja auf der Hand, wo eine zu lasche Regelung hinführt: Sodom und Gomorra! Ein umtriebiger Beamter könnte ja dann einfach übers Jahr verteilt ganz viele Frauen schwängern und schlägt so locker noch ein paar Extra-Urlaubstage raus. Diese verbringt er dann natürlich nicht als fürsorglicher Vater am Wochenbett, sondern fliegt zu Lasten des Steuerzahlers nach Malle, um sich neue Urlaubsbeschaffungsmaßnahmen zu suchen. Ein Teufelskreis.

One thought on “Verlockungen und Urlaubsplanung

  1. „Wie es reinkommt, so lockt man es wieder heraus.“ Herrlich 🙂 Und wie steinzeitlich bitte, dass es fuer unverheiratete Vaeter keinen Sonderurlaub gibt…da kann Deutschland sich zur Abwechslung mal ein Beispiel an Australien nehmen. Sowas wie Vaterschaftsanerkennung braucht man hier auch nicht.

    Danke jedenfalls fuer die updates und ich hoffe, es passiert bald was!

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