Das Abstauberbaby

Yes! Wir haben unser erstes Brötchen geschenkt bekommen!
Heute Morgen drückte eine freundliche Bäckereifachverkäuferin meiner Tochter ein frisches Brötchen in die Hand.
Da sie das nur ansabbern würde, hab ich es draußen in meiner Tasche in Sicherheit gebracht und auf der Haben-Seite der Eltern verbucht.
Das Kind kriegt ja dauernd was geschenkt:
– im Blumenladen eine gelbe Rose „fürs Kinderzimmer“
– bei der Bank ein Kinderbesteck
– von Rentnern stets ein entzücktes Lächeln.
An der Supermarktkasse gab es letztens einen Lolli (!). Frei nach dem Motto: Wer keine Zähne hat, kriegt auch kein Karies?
Egal, ich hab ihn natürlich dankend angenommen – und selbst gelutscht.
Vor allem, weil ich nicht undankbar erscheinen wollte.
Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Denn beim Einkaufen wird die  Mutti ab und an zur Meisterdiebin. Unbeabsichtigt und aus Versehen, natürlich.
Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Kinderwagen als Einkaufswagen fungieren darf. Um das Kind herum und in jeder freien Ecke des Wagens wird der Großeinkauf gestapelt. Aber: In den Tiefen des Kinderwagenkorbes verschwinden Dinge. Ohne je das Kassenband berührt zu haben, tauchen sie erst Zuhause wieder auf.
Zu meiner Beute der letzten Wochen gehören:
– eine kleine Ingwerknolle
– zwei Chilischoten
– ein Herrenduschgel (leider nur die Hausmarke)
– ein Schälchen Katzenfutter „Hühnchen in Gelee“
Gesamtersparnis: ca 1,93 €. Na immerhin. Elterngeld ist knapp.
Geschenke, Diebesgut – wenn man sich richtig anstellt, kann man mit Kind ordentlich sparen.
Auch Zeit.
Während Erwachsene sich tunlichst an den ultimativen Diät-Tipp „nicht hungrig einkaufen“ halten sollten, gilt für  kleine Kinder genau das Gegenteil. Wer mit einem hungrigen Baby einkaufen geht, kann darauf setzen, dass der Schreikrampf in der Kassenschlange beginnt und alle die Mutti mit dem nervtötenden Balg vorlassen. Ich hab es erprobt und mache das jetzt immer so.
Heute hatte meine Tochter leider gute Laune. Ich musste mich hinten anstellen und mir Komplimente zu meinem lieben Kind anhören.
Es kommen auch wieder bessere Zeiten.
Für heute freuen wir uns über das Brötchen.
Unser nächstes großes Ziel ist die Mortadella mit Gesicht!

6 thoughts on “Das Abstauberbaby

  1. Sehr schön! Ich habe für meinen Sohn als er 3 Monate alt war im Drogeriemarkt Buntstifte bekommen, damit er „was schönes für die Mama malen kann“… Soviel zum Thema Lolli 😉

  2. Ich habe schon mal vergessen, eine Avocado aufs Band zu legen. Meine Schwester, die dabei war (Juristin), ist mir heut noch böse und beäugt mich immer argwöhnisch mit zusammengekniffenen Augen, wenn ich mit ihr und meinem Baby einkaufen gehe.

  3. Wunderbarer Artikel 😀 Herzlich gelacht und Parallelen entdeckt:
    Beim Kind Nummer eins hatte ich ein zu bezahlen vergessenes Waschmittelpaket daheim gefunden und war brav zurückgetrabt zum Drogeriemarkt um die Taler auf den Tisch zu legen(den mitleidig-dämlichen Gesichtsausdruck der Verkäuferin kann ich gar nicht nachmachen). Das Kind Nummer zwei ist erst acht Monate alt, beweist aber bereits kriminelle Energie im Baumarkt: Samentütchen finde ich regelmäßig im Maxi Cosi (günstigerweise ist Frühling!), letztens hing sogar eine übersehene Kabeltrommel am Baumarktwagen, aber da habe ich den Vater des Kindes im Verdacht… Sonnige Grüße!

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