#momsrock – Mama rockt mit ihrer Band

Lucie Marshall hat die Blogparade #momsrock gestartet und fragt, was wir in Bezug auf unsere Kinder wirklich gut gemacht haben. „Du darfst vor Lobhudelei gern rot werden“, sagt sie.

Aber ich will mich gar nicht selbst loben, obwohl ich ziemlich viel gerockt habe in den letzten Monaten. Aber richtig rocken kann man nur mit einer Band. Daher möchte ich mich hiermit bedanken bei der Band aus Freunden und Familie, die uns helfen, das zweite Kind zu rocken, bei dem alles anders lief als geplant und gehofft.

Dass mit Tochter Nummer Zwei nicht alles in Ordnung sein würde, hatte mein Frauenarzt bei einer Kontrolluntersuchung in der Schwangerschaft schon vermutet: „Ich sehe da etwas an ihrem Darm. Wahrscheinlich ist es nichts Schlimmes, aber wir sollten das abklären.“

Leider war es doch etwas Schlimmes. Gewebestränge hatten den Darm abgeschnürt und undurchlässig gemacht. Keine vierundzwanzig Stunden nach ihrer Geburt am 19. September 2014 bekam sie einen künstlichen Darmausgang. Das schien mir erst nicht besonders dramatisch, denn was raus muss, muss raus, egal wo und wohin. Meinetwegen auch in einen Beutel.

Aber mit dem Anus praeter war das Problem nicht gelöst. Der Alptraum fing erst an.

„Neonatologie intensiv“ stand an der Tür, an der ich zehn Wochen lang jeden Tag klingelte, um meine Tochter zu besuchen.

Sie nahm nicht zu. Ihre Leberwerte waren schlecht. Plötzlich standen Krankheiten im Raum, von denen ich nie zuvor gehört hatte. Syndrome, die so selten sind, dass sie nichtmal einen eigenen Wikipedia-Eintrag haben. „Wir würden Ihnen gerne sagen, was ihr fehlt, aber wir wissen es leider nicht. Ihre Tochter gibt uns Rätsel auf“, sagte ein Arzt.

Ende November durfte sie dann nach Hause. Ohne konkrete Diagnose. Wichtigstes Ziel: Gewicht zunehmen.

Zu Hause haben das Baby und ich dann richtig gerockt. An Weihnachten hatte sie ihr Geburtsgewicht verdoppelt. Die Ärzte waren überrascht. „Bei Ihnen geht es ihr richtig gut! Wir bringen Ihnen mal unsere Frühchen zum aufpäppeln“, sagte eine Ärztin beim Kontrollbesuch im Krankenhaus. „Sie machen das richtig gut“, sagte die Kinderärztin, als ich mal wieder heulend vor ihr saß. Ich wusste nicht, was genau ich gut machte, aber zu Hause sieht die Kleine aus, wie ein sehr kleines aber ansonsten ganz normales Baby. Aber Entwarnung gibt es bisher nicht.

Zum Glück haben wir die Band! Danke an die Großeltern, die mit der großen Schwester übers Wochenende wegfahren, sie von der Kita abholen, mit ihr Ausflüge machen und stundenlang mit ihr malen, spielen und basteln.

Danke an die beste Tante der Welt, die ihren Weihnachtsurlaub damit verbracht hat, eine Nichte nach der anderen zu schaukeln.

Danke auch an die große Schwester, die mit der Kleinen so grob und ungestüm umgeht, wie man es von einer anständigen großen Schwester erwarten kann.

Und Danke an die Freunde, die immer da sind und einfach mal vorbei kommen, um der übermüdeten Mutti Lasagne zu kochen und ein Glas Rotwein einzuschenken. Oder abends anklingeln und ein riesiges Paket vorbeibringen, in dem eine kuschelweiche Wolldecke steckt und einen Karte auf der steht „die kannst du dir über den Kopf ziehen, wenn dir alles zu viel wird!“ Ich habe sie mir oft über den Kopf gezogen, aber bin jedes Mal wieder darunter hervorgekrochen.

Also danke, liebe Band! Ihr rockt!

Wir wissen immernoch nicht, wo die Reise hingeht, wie lang sie dauern oder wie beschwerlich sie werden wird. Deshalb bleibt uns nur eins: „Keep on rockin‘!

4 thoughts on “#momsrock – Mama rockt mit ihrer Band

  1. Ich wünsche euch noch ganz viel von der Kraft, dem Mut und der positiven Energie, die man in deinem Blog so schön lesen kann und weiterhin genug Rock’nRoll für alles was kommt! GlG Isabelle

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