Zwei müsste man sein…

„Komm, ich decke dich zu, dann kuschelst du dich an mich heran und ich lese dir deine zehn Lieblingsbücher vor.“ – Wie gern würde ich hören, dass jemand diesen Satz zu mir sagt. Gerne auch schon um 19 Uhr. Aber ich höre nur meine Stimme, die diesen Satz zu meiner Tochter sagt.

Und während jeder normal-übermüdete Erwachsene einer solchen Offerte niemals widerstehen könnte, ist für eine Zweijährige die einzig vernünftige Reaktion: „Nein!! Ich nicht ab ins Bett!“

Auch gepimpt mit einem Fläschchen warmer Milch und Händchenhalten und Köpfchenkraulen bis zum Einschlafen (ohne Aufpreis) kommt das Angebot nicht so gut an.

Ich muss wohl etwas zielgruppenorientierter an die Sache herangehen.

Beim Essen funktionieren die klassischen Tricks ja auch:

„Iss doch bitte etwas Gemüse“, sage ich zur Zweijährigen, die lustlos die Karotten auf ihre Gabel spießt und neben ihrem Teller ablegt.  „Ich mag keine Müse.“ — tief durchatmen —„Das ist gar kein Gemüse. Das sind Möhren.“

„Ich mag Möhren. Mehr Möhren!“

Also habe ich es mal so versucht: „Du kannst aufbleiben so lange du willst und wenn du die Gummibärchen und die Chips aufgegessen hast, bringe ich dir eine Cola und mache noch eine Folge Sandmännchen an.“ Ich hatte gehofft, das würde das kleine Monster dazu bringen, erst freiwillig Gemüse zu essen und sich dann von mir zudecken zu lassen und bei einer Schlafmilch und Gute-Nacht-Geschichten friedlich (und zügig) einzuschlummern.

Grundsätzlich fand sie das Essensangebot wohl ganz gut. Aber beim Entertainment-Programm wollte sie handeln: „Nein! Zwei Folgen!“

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