Kinderbuchtipps: Ein Maulwurf flüchtet, die Elefantenmutti will ihre Ruhe und Mama und Papa rauchen im Bett

altekibü1 Neulich bin ich bei meinen Eltern auf dem Dachboden herumgekrabbelt und habe drei erstaunlich gut erhaltene Bücher gefunden, die ich als Kind sehr mochte.

Daher möchte ich euch mal drei Bücher vorstellen, die ich aus meiner eigenen Kindheit herüberretten konnte und die Anna sich sehr gerne vorlesen lässt: „Der Maulwurf Grabowski“, „Nur Fünf Minuten Ruh'“ und „Komm‘ mal rein“.

Aber Achtung: Eines dieser Bücher würde heute sicher nicht mehr mit den gleichen Bildern gedruckt. Und wenn doch, wäre der Aufstand der anständigen Eltern vorprogrammiert! Oder?

 

Der Maulwurf Graaltekibü,grabowskibowski (1972)
Luis Murschetz
Diogenes Verlag, heute 18,00 € und sogar noch erhältlich

Die Geschichte
Der Maulwurf Grabowski führt ein einigermaßen unbehelligtes Leben. Tagsüber gräbt er sich gemütlich durch die Gänge unter der Blumenwiese, auf der tagsüber nur ein paar Kühe weiden. Abends krabbelt er auf einen seiner Maulwurfshügel, blickt auf die Lichter der entfernten Stadt und findet sein Leben sehr behaglich und sehr geruhsam. Aber er ist ein Maulwurf. Und der Maulwurf ist im Kinderbuch immer der arme Tropf, der von seiner duftenden Wiese vertrieben wird, weil die Menschen dort eine Stadt bauen wollen. So ergeht es auch dem lieben Herrn Grabowski. Eines Tages trampeln nicht mehr die Kühe, sondern jede Menge Bauarbeiter auf seiner Wiese herum. Grabowski muss eine gefährliche Flucht antreten, bis er eine neue maulwurftaugliche Wiese findet, auf der es wieder behaglich und geruhsam zugeht.

Das Jury-Urteil
„Wie behaglich. Wie geruhsam.“ Wie schön, wenn sich das Kind mit diesen Worten ins Bettchen kuscheln kann, denn natürlich gibt es ein Happy End auf einer neuen Blumenwiese.

altekibü,elefanten1Nur fünf Minuten Ruh
Jill Murphy (im Original: Five Minutes‘ Peace)
Annette Betz Verlag

Die Geschichte
„Wenn die Elefantenkinder frühstückten, ging es meist unordentlich und laut zu.“ – So beginnt das Buch und als Vorleserin dachte ich gleich: Ein Glück! Bei den Elefanten ist es auch nicht besser als bei uns. Mama Elefant wünscht sich – wie jede Mutter – mal fünf Minuten Ruhe. Sie wagt das unmögliche und schleicht sich mit ihrem Frühstückstablett ins Bad, während alle (!) drei (!) Elefantenkinder noch am Tisch sitzen. Klar geht das schief. Das ist nicht überraschend, aber sehr nett beschrieben. Eine Blockflöte kommt auch vor und am Ende gibt es sogar en bisschen Ruhe. Nicht ganz fünf Minuten, aber jede Mutter weiß, dass das ohnehin ein bisschen zu  viel verlangt wäre.

Das Jury-Urteil
Verschüttete Cornflakes; Müslischalen auf dem Kopf; Kinder, die mit Klamotten in die Wanne springen und dann unabgetrocknet durchs Haus rennen – das kommt bei Anna gut an. Als Mutter fühle ich mich der Elefantenmama sehr verbunden. Kindergeschichten sollen ja auch tröstend sein, diese ist es – für die Mama.

 

altekibü,kommmal3Komm‘ mal rein (1982)
Achim Bröger (Text) und Philippine Heering (Illustration)
Herold Verlag

Die Geschichte
Die Familie ist ausgeflogen und der Hausteddy nimmt den Leser mit auf eine kleine Führung durchs Haus. Er zeigt uns jedes einzelne Zimmer und wir bekommen eine Idee davon, dass die beiden Kinder und ihre Eltern dort ein sehr gemütliches und entspanntes Leben führen. Unterm Esstisch liegen Krümel, im Wohnzimmer treffen sich die Eltern mit Freunden zum quatschen und stricken. Der Dachboden hängt voller Wäsche und die Badewanne bietet Platz für die ganze Familie. Die Mutter näht gern oder tippt auf ihrer Schreibmaschine herum und die Kinder können machen, was sie wollen. Zum Beispiel im Spielzimmer herumhängen oder mit Teddy zusammen den großen grünen Treppenberg erklimmen. Die Eltern sind ultra entspannt. Hier und da hängen Aktbilder an der Wand und – Achtung Skandal – im Schlafzimmer steht auf der einen Bettseite ein Aschenbecher und auf der anderen liegen eine angebrochene Schachtel Zigaretten und eine Packung Streichhölzer.

Das Jury-Urteil

Eine lockere Geschichte, in der  Teddy uns sein schönes Zuhause zeigt. In jedem Zimmer gibt es viel zu entdecken. Man kann sich vorstellen, wie die tiefenentspannten Eltern abends im fernsehfreien Wohnzimmer sitzen, diskutieren, Wein trinken und kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich mal eine Zigarette oder sonstwas anstecken.

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